Kapitel 1: Ich und meine Depression

Hi, ich bin Anna. 39 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder im besten „Mamaaa!“–Alter (6 und 9), wohnhaft im flachen, windigen Norddeutschland – und stolze Besitzerin einer mittelgradig rezidivierenden Depression. Jackpot, oder?

Dieser Blog ist mein Versuch, mit der Krankheit klarzukommen: Eine Art Tagebuch, Selbsttherapie und digitales Seelenstriptease in einem. Mit einer guten Portion Humor, etwas Ironie und gelegentlichem Galgenhumor – denn wenn ich schon im Stimmungskeller wohne, dann richte ich’s mir wenigstens gemütlich ein.

Wichtig: Ich gebe hier keine Tipps, keine Ratschläge und ganz sicher kein Coaching. Ich bin keine Influencerin für mentale Gesundheit, sondern einfach nur mental… na ja, sagen wir: „herausgefordert“.
Wenn es euch schlecht geht, redet mit eurem Arzt, geht ins Krankenhaus oder ruft die Notfallseelsorge an. Und vor allem: Schämt euch nicht, Hilfe zu suchen. Es ist kein Zeichen von Schwäche – sondern von klarem Verstand. (Und seien wir ehrlich: Wer klar denkt, darf sich in dieser Welt ruhig mal komisch fühlen.)

Wie gesagt: Ich habe eine mittelgradige rezidivierende Depression – das klingt so, als würde sie regelmäßig zu Kaffee und Kuchen vorbeischauen. Mal in der schweren Version, mal etwas leichter, aber sie hat den Haustürschlüssel und bleibt immer ein bisschen. So ein bisschen wie ungeladener Besuch, der nie merkt, wann’s Zeit ist zu gehen.

Ich war schon für acht Wochen in einer psychosomatischen Klinik (war wie Urlaub – nur mit Tränen statt Cocktails) und bin seit fünf Monaten in tiefenpsychologischer Therapie. Tiefenpsychologisch heißt: Wir graben so lange in meinem Inneren, bis wir entweder Gold finden oder auf einen alten verdrängten Schulausflug stoßen.

Ich habe in der Zeit viele wunderbare Menschen getroffen, die ebenfalls mit Depressionen, Ängsten und Panikattacken kämpfen. Und glaubt mir: Keine Depression ist wie die andere. Es gibt kein Einheitsgrau. Jeder leidet anders und jeder Weg damit umzugehen ist individuell. Also bitte: Vergleicht euch nicht – das bringt nichts, außer noch mehr Grübelei. Und davon haben wir ja schon genug.

Eins kann ich mit Überzeugung sagen: Diese Krankheit würde ich nicht mal meinem ärgsten Feind wünschen. Und das, obwohl ich da durchaus ein, zwei Kandidaten hätte…

So. Und jetzt: Viel Spaß beim Lesen meines Blogs – oder wie ich ihn nenne:
„Grüße aus dem Stimmungskeller – aber mit WLAN.“

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